Donnerstag, 27. Oktober 2011

DIY Babyfood...






Heute mal was ganz anderes bei Verlockendes...

Letztens bin ich von euch ja geradezu gelöchert worden *g*... Das Baby-Brei-Koch-Thema hat ja bedenkliche Kreise gezogen... sind wohl doch mehr Mütter unter den Leserinnen als ich dachte.

First of all:

Das hier wird kein Mutter-Kind-Stilltreffen-Sabbertuch-Blog!!! Nur um das von vorneherein klar zu stellen - der Blog ist ein Frauen-Ding und hat nix mit Babykram zu tun. Allerdings hat mich das Thema so beschäftigt und ich bin auch schon des Öfteren von Bekannten gefragt worden wie genau ich das mit dem Breikochen denn mache, dass ich dachte ich hole jetzt mal was aus.

Ich will vorneweg direkt sagen, dieser Post ist nicht geschrieben, um euch ein schlechtes Gewissen  zu machen. Mir ist es persönlich egal, was eure Kinder tragen - ob KIK, Zara oder Jean Paul Gaultier Junior. Ob sie Pampers oder Aldi Windeln tragen. Wie ihr eure Kinder erzieht und ob ihr selbst kocht oder nicht. Jede Mutter, die ihr Kind liebt, es gut versorgt und es gut behandelt, die ihm Werte vermittelt, ist eine gute Mutter. Eine SUPER Mutter. Ach was sage ich, die BESTE Mutter. Es gibt nicht Standard. Es gibt keinen Orden für die beste Mutter des Jahres. Weil es keinen Maßstab dafür gibt, was "gut" und was "schlecht" ist. Und über Grundsätzlichkeiten diskutiere ich auf meinem Blog sowieso nicht...

Ich will nur damit sagen, macht euch bitte frei von Normen. Von "muss so sein" und so ein Kram. Jeder der was anderes behauptet hat einen Horizont mit dem Radius null - und nennt das Standpunkt, wie man so schön sagt.


Lasst euch heute einfach mal an die Hand nehmen und vielleicht könnt ihr das ein oder andere als Tipp mitnehmen, vielleicht eben auch nicht... Es ist lediglich eine Stütze.





Das Thema Babyessen ist auch so ein rieeeeeeeeeeeeeeeeeeesen Thema... sowas habe ich noch nicht erlebt. Beikostseminare in der Hebammenpraxis. Besuch etlicher Bio-Bauernhöfe. Sterilisieren oder nicht? Hab ich mir ALLES gespart. Und dann, bei denen die zum Gläschen greifen, die Standardaussagen: Keine Zeit zum selber Kochen. Zu teuer. Kaum Bioprodukte vor Ort. Unpraktisch Unterwegs.

Wer Ausreden sucht, der will nicht. Wer will, der findet Wege! Hey, ich will euch jetzt keinen Vortrag halten was pro und contra ist. Aber leider, das muss ich euch knallhart sagen, sinds Ausreden. Keine Zeit? Also ich koche alle 14-18 Tage 1x, hört ihr 1x! für 2-3 Stunden immer an Tagen wo ich sowieso lieber hier bleibe weils regnet oder ich was zu Hause erledigen muss. Das wars. Aber dann hab ich erst mal wieder Ruhe. Dann rechnet ihr, dass ihr ca. 6-8 Monate selber kochen müsst für euer Baby, danach können die Meisten mit vom Tisch essen. D.h. ihr macht die Prozedur dann 12x etwa. Überschaubar. Wenn ich viel Lust habe, koche ich sogar an dem Tag frisches Kartoffel-Apfel-Püree oder Baby-Spaghetti. Ist minimaler Aufwand aber maximale Glücksgefühle sage ich euch :) Ihr stellt euch doch für euch selbst auch ne halbe Stunde am Tag mindestens in die Küche,oder nicht? Bio halte ich persönlich für über bewertet - was nicht heißt dass ich es auch ab und an kaufe - zumindest, was die Schadhaftigkeit anbelangt, nicht was den ökologischen Aspekt dahinter angeht aber darüber diskutiere ich nicht. Ein Kind wird auch ohne Bio groß. Und ein Gläschen kostet zwischen 80 Cent und 1,10 € pro Tag. Wären ja dann in meinem Fall ca. 15 € die ich für die 15 Tage bräuchte. Und das hat MEIN Gemüse definitiv nicht gekostet. 1,40 € 2kg Bio Möhren, 3 € das Fleisch und die Süsskartoffel war etwas teurer, gibts ja auch nicht ständig - 2 €. 3 große Zucchini ca. 1,20 €, was vier Kartoffeln kosten weiß ich nicht, habe ich eh immer im Haushalt. 2 Kohlrabie knapp 1 € und den Blumenkohl da habe ich 3 Röschen von unserem Abendessen abgezweigt die rechne ich nicht  mit. 2-3 Tomaten ca. 40 Cent - das macht etwa 9-10 €. Also NICHT teurer. Und unpraktisch unterwegs? Ist ja zum Warm machen beides gleichermaßen unpraktisch. Und eine kleine Tupper Dose kann man genauso rumtragen wie ein Gläschchen.

Ich glaube nichts wird in Deutschland mehr kontrolliert wie Babynahrung und Trinkwasser ;) daher bin ich davon überzeugt, dass es für Babys auch nichts Schlechtes darstellt, das Essen fertig zu kaufen. Ich persönlich finde es einfach nur traurig, dass man den Bezug zum Essen völlig verliert. Darum mache ich es auch selbst. Es ist einfach toll, was selbst Gekochtes vorzusetzen. Und ganz ehrlich, ich glaube das nur 1 von 3 von euch das Essen aus dem Glas selber essen würde ;) ich probiere ALLES was Ben bekommt vorher selber und nur wenns mir schmeckt, bekommt er es auch vorgesetzt. Auch wenn ich mal zur Not ein Gläschen öffne - was ich, und das muss ich gestehen, mittlerweile unterwegs wirklich fast nur noch tue. Warum? Weiß ich selber nicht so genau... vielleicht weil gefrorenes Babyessen rumtragen nicht so schick in meiner neuen Longchamp kommt!?!?  

Genauso ist das mit Bens Food. Ben ist ein richtiger kleiner Gourmet :) ich lieeeeeebe es ihm neue Breie zu kreieren. Er liebt es. Vieles hasst er (Broccoli uhhhhhhhhhh ganz schwieriges Thema). Aber er probiert ALLES - okay, bleibt ihm ja auch nicht viel anderes übrig hihi. Alles mit Karotte liebt er. Fleisch, Nudeln und Tomaten. Ich erkenne langsam ein Muster - väterlicherseits *g*. 


Nunja ich habe mich eine Zeit lang mit dem Thema wirklich auseinander gesetzt. Anfangs ist man ja so übervorsichtig. Irgendwann hab ich dann alle Literatur in die Tonne gehauen und einfach losgelegt.

Grundsätze: Gemüse was Babys schmeckt mit ein wenig Fleisch und sättigender Zutat (z.B. Kartoffel) in beliebiger Form variieren - später gehen auch Vollkornreis oder klein geschnittene Spaghetti. Frischhaltedosen zum Einfrieren braucht ihr. Pürierstab. Kartoffelpresse (oh ja die braucht ihr auch). Alle Gemüse werden getrennt voneinander in wenig Wasser weich gedünstet - püriert - zusammengestellt - in Dosen abgefüllt - schnell runterkühlen lassen - eingefroren. Morgens hole ich eine Dose aus der Truhe, diese erhitze ich Mittags. Das Einzige, womit ich Probleme habe, ist Fleisch pürieren. Das wird immer so faserig, dass ich irgendwann entschieden hatte, das meiste Fleisch von Alnatura (Bio Marke DM) in Gläschen zu kaufen und unterzumischen. Ist einfach die unproblematischere Alternative zu frischem Fleisch.


Und hier meine Lieblings-Rezepte, wenn ihr alle 4 kocht habt ihr ca. 14-16 Tage Vorrat (je nachdem wie hungrig die Kleinen sind)
Ihr braucht als Grundzutat 4 mittelgroße Pellkartoffeln. Kocht dazu die Kartoffeln in einem Topf mit Schale ca. 20 Minuten. Pellt die Kartoffeln und presst sie 2x durch die Kartoffelpresse (dies ist unbedingt wichtig, wenn ihr Kartoffeln püriert, werden sie total kleisterig). Stellt die Kartoffelmasse beiseite.

Zucchini-Kartoffel-Rindfleisch-Brei (ganz oben orange Tasse):

3 mittelgroße Zucchini in grobe Stücke schneiden und mit 1 kl. Tasse Wasser ca. 10 Minuten dünsten. Wenn ihr das Rind mitkochen wollt, kocht das Ganze 15 Minuten zusammen (Zucchini Stücke und Rindfleisch - am Besten 100 gr. mageres Rindergulasch ganz ganz fein gewürfelt) dünsten und das Kochwasser wegschütten, lasst jedoch ein wenig Flüssigkeit im Topf. Füllt alles in ein hohes Gefäß um und püriert es so lange, bis alles weich ist. Gebt 2 gute EL der Kartoffelmasse (s.o.) und 3 EL Rapsöl dazu und vermengt es gut. Reicht für 3 ordentliche Portionen.


Süsskartoffel-Tomaten-Lamm-Brei (lila Tasse Mitte links)

1 sehr große Süsskartoffel (mind. 300-400 gr.) von Schale befreien und in Würfel schneiden (ca.1-2 cm groß). Waschen und dann in Wasser wie normale Kartoffeln kochen. Schneidet 100gr. zartes Lammgulasch in feinste Würfel, dünstet diese in wenig Wasser ca. 15 Minuten. Nach 8-10 Minuten sind die Süsskartoffelwürfel meist schon sehr weich. Schüttet die Flüssigkeit ab, es kann gern noch ein Rest im Topf verbleiben. Schüttet das Fleisch ab und gebt alles zusammen in ein hohes Gefäß. Nun überbrüht ihr 3 Tomaten (anfangs mit 1-2 anfangen, die Kleinen müssen sich erst dran gewöhnen) mit kochend heißem Wasser und häutet die Tomaten. Filetiert (das Innenleben und den Strunk komplett raus) die Tomaten und würfelt das Fruchtfleisch. Gebt die Tomatenwürfel auch mit in das hohe Gefäß. Nun gebt ca. 3 EL Rapsöl dazu und püriert alles ganz fein. Reicht für mind. 4 ordentliche Portionen.
  
Gemüse-Allerlei (hellblaue Tasse unten)

Schält 2 Kohlrabie und schneidet diese in Würfel. Gart den Kohlrabie etwa 15-20 Minuten in wenig Wasser weich. In einem anderen Topf gart ihr 3-4 Röschen Blumenkohl in wenig Wasser 12-15 Minuten. Gießt das Wasser bei beidem ab. Püriert die Gemüsesorten einzeln. Streicht dann den Kohlrabie durch ein Sieb zu dem Blumenkohl und gebt 2 EL Kartoffeln (s.o.) dazu. Zweigt vom Rezept für Möhrenbrei (siehe unten) 3 gute EL Möhrenmus ab.  Ich gebe dann noch 1 Gläschen Pute dazu, das ist euch überlassen, mann kann das Ganze auch vegetarisch lassen.Mengt jedoch auch hier noch 1 EL Rapsöl unter. Reicht für 3 ordentliche Portionen.

Klassischer Babybrei (Karotte-Kartoffel-Fleisch->Bens Favorit)

Hier bevorzuge ich (wegen hohem Eisengehalt) immer Rind. Ich nehme wie gesagt Alnatura Rindfleisch. Ich schneide großzügig die Enden von 2 kg Karotten (vorzugsweise Bio, die sind meist kaum teurer) ab. Schält die Schale dünn ab. Schneidet alles in grobe Stücke. Dünstet die Möhren mit 200gr. Rindfleisch in einem Topf 15-20 Minuten gar. Gießt das Wasser fast vollständig ab. Püriert alles ganz fein. Mischt 2-3 EL Rapsöl unter und gebt 3-4 EL von dem Kartoffelbrei (s.o.) dazu. Ergibt mind. 5 Portionen.

Nun alle Breie in Döschen abfüllen, im Kühlschrank auskühlen lassen und dann wegfrieren.


Nun habt ihr das Rezept für 14-16 Tage. Mann kann auch alle möglichen Gemüsesorten einzeln kochen und individuell zusammenstellen, ich habe etliche Varianten bereits ausprobiert - anstelle Kartoffeln Reisflocken untermischen (das jedoch erst beim Servieren). Die Variationsmöglichkeiten sind wirklich endlos. Wichtig ist nur, dass ihr kreativ seid. Dass ihr kalt gepresstes Öl (wegen Verunreinigungen am Besten Rapsöl oder Walnussöl) benutzt, dies ist für die Zellbildung wichtig, löst Vitamin A und auch der Kalorienbedarf wird gedeckt. Das Gemüse immer so schonend und mit wenig Wasser wie möglich garen.


Jetzt viel Spaß beim kreativen Nachkochen... Und sogar Nachmittags und Abends beim Brei kann man kreativ sein und es ist wirklich sooo günstig und man greift auch mal eher zu gesundem frischen Obst. Aber wie gesagt, auch ich greife hier und da zu Fertigprodukten. Die Mischung macht es einfach. 


Ich geh dann mal was vorbereiten ;) Und wenn Fragen sind, dann nur her damit. Und für die Baby-Geschockten unter euch: Morgen gibts wieder Mode. Oder Deko. Oder was Süßes... don´t panic... ;)


Rebecca
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