Montag, 21. Januar 2013

Suppen♥Liebe: Ideen für Kostverächter + Der Mitarbeiter des Monats


Einen wunderschönen Start in die neue Woche wünsche ich euch!!! Na, habt ihr zu Hause auch so einen Mini-Kostverächter sitzen? Ja??!?! Dann seid ihr genau richtig, ich bin nämlich derzeit auf der Suche nach Rezepten, die vor allem Kindern gut schmecken und wenn ich etwas Gutes finde, werde ich es hier veröffentlichen... 

Essen mag in vieler Augen Erziehungssache sein. Es ist aber immer noch eine Sache des Geschmacks. Und dieser ist bei zweijährigen Jungen nicht sonderlich ausgeprägt. Wäre es in unserem Fall Sache der Erziehung, hätte Ben aus Kindertagen eine orangefarbene Haut und eine grüne Haarpracht, die jeden an das Grün einer Mohrrübe erinnern würde. Soll heißen, dass ich in den ersten 12 Monaten fast ausschließlich Babynahrung frisch (klick) gekocht habe - und Ben es geliebt hat. Ich möchte ihm nichts aufdrängen was er nicht mag (á la: es wird gegessen was auf den Tisch kommt *kotz*!) er soll selbst rausfinden, was wie schmeckt. Was nicht bedeutet, dass es ständig eine Extrawurst für ihn geben soll - aber ich will halt ein wenig darauf eingehen können, dass er halt noch einen sehr feinen Geschmackssinn hat...

Ben hat nämlich seit ca. 6-8 Monaten eine Art botanisches Radar... Sobald sich etwas botanischen Ursprungs auf seinem Teller befindet (und sei es nur ein Stück mikrobische Petersilie), wird das Essen prompt kontaminiert!!! Im hohen Bogen auf Mamas Teller geschmissen oder sonstwie losgeworden-Hauptsache aus dem Sichtfeld!!! Naja und da ich das Kind ja nicht verhungern lassen kann, gibt es Reis, Kartoffeln in jeglicher Form, Kroketten, Nudeln und Fritten in veränderlichen Gewichtsanteilen. Kurz: Das Kind mutiert zu einem mit mir Nicht-Kompatiblen-Essensgenossen. Denn bei uns gibts fast ausschließlich Frisch, mit Gemüse und selbst gekocht auf den Tisch! Bis auf die Portion Mirac*** alle 14 Tage und Freitags kann es, bedingt dadurch dass die Männer kochen müssen, auch mal etwas Pizza/Tiefkühlfachtauglich ausfallen... Und was nun???


Ich weiß, dass ich als Kind GAR nichts mochte. Meine Mutter musste kurz vorm Verzweifeln gewesen sein, denn ich mochte nicht einmal die kindertypischen Gerichte... Pommes, Pizza (zumindest die Selbstgemachte) Fischstäbchen und Co: Nein Danke! Und erst mal Spaghetti Bolognese/Tomatensauce: WÜRG! Ich mochte quasi NICHTS. Ich habe Pilze rausgeschmeckt, die bis zur Unkenntlichkeit zerschnibbelt in der Jägersauce lagen, Zwiebeln auf 3km Entfernung gewittert und auch sonst - alles bäääääähhhhhhh... Irgendwann habe ich dann mit ca. 13 oder 14 Jahren angefangen, selbst zu kochen und experimentieren. Mittlerweile mag ich eigentlich ähhhhhhh: So gut wie Alles! Ich probiere alles aus und selten gibt es etwas, dass ich so rein gar nicht essen würde. Daher: Es besteht Hoffnung. Nur, wie kann ich mir die Zeit bis dahin leichter machen - und Ben ab und an eine Freude machen, mit etwas dass er auch essen mag? Habt ihr da Ideen, die bei euren Kids funktioniert haben? Nur her damit!

Ben mag aber Suppen. Vor allem Steckrübensuppe. Steckrüben sind für mich eine Mischung aus Kohlrabi und Möhren. Leicht scharf aber auch süsslich... Für die Großen habe ich als Topping für die Suppe ein Petersilien-Kürbiskern-Pesto gemacht, wovon ich immer die doppelte Menge mache: Für den nächsten Tag - mit hauchdünnen Spaghetti ein Genuss ;)



Am letzte Wochenende bereits habe ich die Suppe für euch gekocht und fotografiert... Ab Januar mache ich monatlich für Hallhuber eine Food Kolumne. Dafür musste ich mir mal ein paar neue Fotohintergründe basteln. Ein paar Inspirationen bei Pinterest und auf ein paar amerikanischen Food Blogs gesammelt - ich war in Schreinereien etc. (bin leider immer noch nicht fertig mit allem) Und Herr Verlockendes... hat mir alte Paletten zusammengezimmert. Diese richte ich nun dem Licht nach aus. Richte Essen drauf an. Und was passiert?


Ben sieht, wie ich das Essen in Position rücke, die Kamera einstelle... und verschwindet in seinem Spielzimmer. Ich höre es rascheln, er ruft mir panisch etwas zu (ich versteh kein Wort von seiner Sprache ;) ... kommt zurückgerannt und stellt AUF DIE FOTOKULISSE dies hier... 


Also, nicht die Petersilie, sondern SEIN Essen... Ihr erinnert euch ja sicher an die Patschehändchenbilder (klick) und dass seitdem kein "Shooting" mehr vor Ben sicher ist aber Mädels, ihr könnt es glauben oder nicht, GENAU so hat es sich zugetragen. Ich saß mit offenem Mund da... Ben sah mich erwartungsvoll mit Wimperklimper an, richtete noch an seinem "Gemüse" rum... Mama Foooo!!! Ich konnte nicht mehr vor Lachen! NIX ging mehr... da wollte das Kind doch wahrhaftig, dass ich sein Gemüse fotografiere... Das sind die Momente, wo ich Ben zu Tode knutschen könnte, weil er SO süß ist. Und er hat natürlich prompt einen Arbeitsvertrag von mir bekommen, sozusagen habe ich ab jetzt einen persönlichen Assistenten! Tja, jetzt seid ihr wohl neidisch, was? ;) Okay, das Körbchen war so schön angerichtet, weil ich kurz zuvor aufgeräumt hatte und es so adrett auf seiner Spielküche stand... aber dass er von alleine auf DIE Idee kommt...!?!?






Und so habe ich die Suppe gemacht:

3-4 große Steckrüben (gibt es derzeit in gut sortierten Supermärkten oder frisch vom Markt) mit dem Sparschäler schälen und in große Würfel schneiden, waschen. Eine Gemüsezwiebel fein würfeln. 1-2 Knoblauchzehen schälen. In einem großen Topf 1 El Olivenöl erhitzen, Zwiebel daran glasig andünsten und den Knoblauch dazu pressen sowie die Rübenwürfel dazu geben. Alles 1 Minute anschwitzen und mit 700 ml Gemüsebrühe ablöschen. Ggf. ein wenig nachsalzen. Pfeffer dazu. 25-20 Minuten weich köcheln. Mit einem guten Schuss Milch fein pürieren, Steckrüben sind sehr sämig. Mit Sahne wird die Suppe eventuell zu dickflüssig. Mit einem Spritzer Zitronensaft abschmecken. Die Suppe bekommt
eine sehr schöne Farbe...


Beim Pestomachen sitzt Ben immer neben mir, schaut in den Topf mit dem Pürierstab und sagt am laufenden Band Mama baaaaahhhhhhh ???baaaaaaaaahhhhhhhhhh (die Betonung auf dem "aaaaaa" - das Kind spricht kaum ein paar Worte, aber dieses sitzt, glaubt mir ;) Und so wirds gemacht:

1 großzügiges Bund glatte Petersilie vom Stiel zupfen und in ein hohes Gefäß geben. 2-3 EL Kürbiskerne dazu. Alles mit einem Pürierstab durchmixen, langsam gutes Olivenöl in einem Strahl hineinlaufen lassen. Ihr müsst dies nach Gefühl machen, ich denke jeder weiß, wie ein Pesto sein muss. Mit Salz, Pfeffer würzen und 1-2 EL frisch geriebenen Parmesan untermengen. Mit Öl bedeckt hält es sich einige Tage im Kühlschrank. Zu der Suppe servieren. Ihr könnt das Pesto auch im Mörser machen - mir dauert das zu lange!


So, ich bin dann mal gespannt auf eure kinderfreundlichen Rezeptideen und wünsche euch einen guten Start in die neue Woche... Ich werde heute meinen freien Tag "genießen" ;)


Eure
Rebecca


PS: Wer mich bei Hallhuber ein wenig mitverfolgen will, dort findet ihr nun monatlich ein exklusives Rezept von mir. Hier gehts z.B. zu meinem aktuellen Rote Bete Carpaccio. 

Back to Top