Donnerstag, 22. März 2018

Die ersten Wochen als neue Familie und: Meine Tipps für eine Vorratshaltung im Wochenbett

Tomatensauce einwecken einkochen auf Vorrat

Da ist er endlich - mein zweiter Beitrag nachdem ich am 19. Januar 2018 ganz urplötzlich vom Rand der Erde gefallen bin. Denn in der Nacht vom 18.ten auf den 19.ten Januar diesen Jahres, nachdem Sturmtief Friederike sich verabschiedet hatte - kam endlich unsere kleine Zitrone auf die Welt. Nun haben wir eine gesunde kleine Tochter, die bereits seit gut neun Wochen unseren Alltag auf den Kopf stellt. 

Um die erste Zeit mit Baby überleben zu können habe ich mir dieses Mal wirklich den Kopf zerbrochen. Bei Kind Nummer zwei reicht es völlig, nicht zu wissen was man will - man muss einfach nur wissen, was man nicht will. Und ich wollte nicht: Im Wochenbett stundenlang im Supermarkt rumrennen, Horden von Besuch zu Hause empfangen - und wenn überhaupt, mit Sicherheit nicht ewig in der Küche stehen und Kuchen und Co. auftischen. Ganz zu schweigen vom Kochen - denn erfahrungsgemäß ist man alles andere als fit nach einer Geburt und das Letzte, worüber man sich Gedanken machen will ist: Was koche ich heute? Ich wollte: Kuscheln, mich bekochen lassen, den Besuch in geringen Dosen genießen und einfach für mein Babymädchen da sein. Und das ist mir dieses Mal wirklich gelungen. 
Ich habe die Vorratsschränke derartig vollgemacht mit Dingen, weshalb ich keinesfalls wegfahren müssen wollte. Wochen vorher hab ich angefangen, Lebensmittel immer gleich zweifach zu kaufen - also unverderbliche Dinge wie Mehl, Zucker, Konserven. 14 Tage vorm errechneten Entbindungstermin hab ich dann noch den Tiefkühler vollgemacht und dann noch Waffeln vorgebacken und eingefroren. Dazu noch Tomatensauce auf Vorrat gekocht, denn die geht hier weg wie warme Semmeln - man kann damit hervorragend jegliche Nudeln genießen, die Sauce aber auch mit Thunfisch, Mozzarellakügelchen, Gemüse, Antipasti, Garnelen und Co. aufmotzen. Oder man packt sie auf fertigen Pizzateig, Blätterteig oder in einen Auflauf. Sie ist einfach universell und spart einem so viel Zeit, wenn man sie auf Vorrat kocht. Ich habe gleich 8 große Gläser und zwei kleine (für Pizza und Co) gemacht und wir hatten wochenlang immer einen Plan B falls gar nichts mehr ging zur Hand. Und wochenlang den Pizzadienst in Anspruch nehmen, ist ja auch nicht jedermanns Sache, oder?

So hatten wir einen Mix aus Lieferdienst, Essen von der Familie mitgebracht, Essen aus dem Tiefkühler, einfachen Gerichten, die mein Mann gekocht bekommt und Vorräten, mit denen wir uns locker drei Wochen ernähren konnten. Und dann fühlte ich mich langsam wieder fit genug um zumindest einfache Gerichte zuzubereiten. Regel Nummer eins: Wer euch im Wochenbett besucht, muss etwas zu Essen mitbringen. Netter Nebeneffekt: Eine handvoll Besucher kommen dann schon gar nicht erst ;)

Heute verrate ich euch daher, wie ich sie gekocht habe und meinen persönlichen Einkaufsplan für die Zeit vor einer Entbindung - diesen Plan werde ich gern immer wieder erweitern, wenn mir oder euch noch etwas einfällt. Quasi ein Rettungspaket fürs Wochenbett. 

Und so wird die Wagenladung Tomatensauce gekocht:

Ich habe die Menge im Thermomix zubereitet. Hierfür könnt ihr höchstens 6 Dosen Tomaten a 400 Gramm einkochen, dann ist Schluss. Auf dem Herd würde ich die Menge dann anpassen. Mein Rezept daher mit 6 Dosen Tomaten.


- 6 Dosen a 400 Gramm geschälte Tomaten
- 4-5 gute Esslöffel Tomatenmark
- 1 sehr große Gemüsezwiebel (sonst 2-3 kleine)
- 1-2 sehr große Knoblauchzehen (ich nehme immer Ackerknoblauch)
- 3 TL Zucker
- 1 guter TL Salz
- Gewürze (ich habe ein Gewürz, dass sich Pomodoro nennt - kaufe ich mir immer in Heidelberg. Nehmt einfach getrocknete italienische Kräuter, wenn ihr nichts vergleichbares findet)
- etwas Olivenöl
- eine handvoll frisches Basilikum
- etwas Pfeffer
- Schuss dunkler Balsamicoessig

Schneidet zu allererst die Zwiebeln und den Knoblauch in feine Würfel. Schwitzt diese in einem ausreichend großen Kessel in etwas Olivenöl an, bis die Zwiebeln gelblich glasig sind. Gebt nun das Tomatenmark hinzu und schwitzt es kurz mit an. Gebt die Dosentomaten dazu und zerdrückt sie mit dem Kochlöffel. Da ich die Sauce im Thermomix mache, vermische ich hier alles kurz auf Stufe 4.

Gebt alle weiteren Zutaten hinzu und lasst das ganze mit Deckel mindestens 20 Minuten einkochen. Wenn ihr die Tomatensauce eher fein mögt, müsst ihr sie nach dem kochen ggf. kurz pürieren. Ich liebe sie etwas stückig und vermische im Thermomix zur gewünschten Konsistenz.

Nun füllt ihr alles in Weckgläser. Ich hatte 4 große Weck Sturzgläser a 580 ml und 2 kleinere Weck Sturzgläser a 220 ml voll bekommen. Das kleine Glas reicht für eine komplette Pizza, die größere Variante sind zwei ordentliche Portionen Pasta plus eine Kinderportion (also für 3).

Nun verschließt ihr die Weck Gläser nach Vorschrift mit Gummi und Klammern und stellt diese in eine ofenfeste Form, in die ihr Wasser gebt. Heizt den Ofen auf 100 Grad vor und kocht die Tomatensauce darin 1 Stunde ein. Sie ist dann ca. ein halbes Jahr haltbar. So lange hält sie aber nicht - unser Vorrat ist längst aufgebraucht und wird demnächst wieder von mir aufgestockt. Sie war wunderbar aromatisch - kein Miraco*** der Welt kann da mithalten.

Meine persönliche Einkaufslistefür den Wochenbett-Vorrat:

Da besonders viel Besuch kommt für die Kaffeetafel:

  • haltbare Milch - palettenweise
  • Kaffee (gemahlen oder ganze Bohnen)
  • Filter für Kaffeemaschine, falls benötigt
  • Zucker, Süßstofftabletten
  • Servietten
  • Sprühsahne aus der Dose oder haltbare Schlagsahne
  • Tiefkühl Kuchen und Backwaren - hier eignen sich besonders toll Dinge, die einzeln entnehmbar sind wie Windbeutel, Mini-Berliner, Waffeln (gern selbst vorgebacken)
  • Apfelstrudel
  • Vanilleeis in der Truhe (kann dann dem Besuch auch super mal als Affogato (eine Kugel Eis in Espresso) angeboten werden - sonst zu Strudel, Waffeln und Co.
  • Vanillesauce zum Anrühren
Der Vorratsschrank sollte beinhalten: 
  • Salz, Pfeffer, Zucker, Mehl
  • Essig, Öl, 
  • Sprudelwasser, kistenweise
  • Säfte zum Mischen von Schorlen (Apfel, Traube, Maracuja)
  • Reis, Bulgur, Quinoa
  • Nudeln in diversen Sorten - zudem Gnocchi, Tortellini (getrocknet)
  • Knödel
  • TK Gemüse 
  • TK Fischgerichte wie Bordelaise, Fischstäbchen
  • TK Pizza 
  • Thunfisch in Dosen
  • Antipasti in Gläsern 
  • Ajvar
  • Ketchup/Majo (ich hab ja bereits ein Kind!) 
  • Apfelmus im Glas (wollte ich auch vorkochen, hab ich nicht mehr geschafft)
  • Marmeladen/Nutella/Honig
  • Schattenmorellen/Mandarinen 


Und nun: Viel Spaß beim Nachkochen, beim Wochenbett-Genießen und Babyduft-Schnuppern. Ich freue mich, wenn diese Liste weiter ergänzt wird. Hinterlasst einfach einen Kommentar, wenn ihr Ideen zum Vorkochen habt (zum Beispiel für tolle Gerichte) oder Lebensmittel eurer Meinung nach unbedingt fürs Wochenbett in den Vorrat müssen!

Die gleiche Liste habe ich übrigens auch noch für Kosmetika angefertigt ... ;) Ich glaube, stressfreier kann man gar nicht ins Wochenbett starten.


Eure
Rebecca
Back to Top