Donnerstag, 26. April 2018

Meine Tipps für eine wöchentliche Menüplanung - für jeden Haushalt geeignet


Letztes Jahr um diese Zeit habe ich euch auf dem Blog von meiner persönlichen Instagram-Challenge berichtet. Mein Plan war es, mit Weight Watchers viele Kilos bis zur Hochzeit abzunehmen. Ohne ausschweifen zu wollen: Ich hatte von Januar bis Mai über 8 kg mit Weight Watchers geschafft (dazu ggf. bald mehr) und hatte dann plötzlich meinen positiven Schwangerschaftstest in der Hand. So wurde aus dem eigentlich geplanten Sommerbaby 2018 bereits ein Januarbaby 2018 - aber so ist das halt: Das Leben ist, was passiert, während man andere Pläne dafür macht. 

Damals habe ich meinen Lesern versprochen, dass ich künftig jede Woche meine Menüplanung auf Instagram in meinen Stories hochlade - und das hab ich (bis auf wenige Ausnahmen) tatsächlich jede Woche geschafft. Seitdem erreichen mich wöchentlich Nachrichten von meinen Followern - VIELE Nachrichten. Immer wieder hab ich versprochen: "Ich schreibe auf dem Blog darüber. Ich schreibe auf dem Blog darüber. Ich schreibe auf dem Blog darüber." - aber meine Zeit war knapp und so staube dieser Post immer wieder aufs Neue ein. Meist kamen so Fragen von meinen Leserinnen wie: "Woher hast du die Ideen?" oder: "Du kochst immer so aufwändig, wie schaffst du das?" oder: "Wie organisierst du das alles, mit Kind und Job?" - und: "woran orientierst du dich bei der Planung?". Ach ja, viele wollten wissen, wo genau ich die Kochpläne einspeichere.

Zu Allererst: Es gibt kein "MUSS" sondern mir war wichtig, dass mich meine Kochplanung im Alltag unterstützt und mir Freude bereitet. Dass sie mir hilft, meine Lebensmittel a) zu verbrauchen und b) sinnvoll einzusetzen. Und: Dass wir neue Dinge probieren und nicht ständig das Gleiche auf den Tisch kommt. 

Wer seinen Alltag plant, hat mehr Zeit, vergisst weniger und kann z.B. gezielter einkaufen gehen. Das hat für mich persönlich den Vorteil, dass ich seltener einkaufe und somit nicht verleitet bin, so viel unnötigen Kram einzukaufen - und ich die Lebensmittel verbrauche und weniger wegwerfe. Damit das funktioniert, ist Planung das a und o. Und hierüber möchte ich euch gern ein bisschen was schreiben. 
Alles fing damit an, dass ich mir irgendwann eine Liste in mein Iphone getippt habe, auf der ich notiert habe, was uns irgendwann mal gut geschmeckt hat - und was somit ins feste Koch-Repertoire aufgenommen wurde. Es kamen immer mehr Gerichte auf diese Liste - angefangen von ganz banalen Dingen wie Spinat mit Kartoffelpüree bis hin zu ausgefallenen Sachen wie Shakshuka und Hummus oder Pasta mit Lachs. Alles wurde gepinnt - wochen- ach was, monatelang. Mittlerweile umfasst mein Repertoire locker 150 Gerichte - die ich irgendwann anfangen musste, kategorisch zu ordnen. Nun ist diese Liste unterteilt in: Hauptgerichte mit Fleisch / Pastagerichte / Hauptgerichte vegetarisch / Desserts / Salate-Vorspeisen / Suppen / Aufstriche-Kleinigkeiten / Süße Gerichte /Beilagen / Fischgerichte / die besten Thermomix Gerichte. Aus diesem Repertoire kann ich nun wöchentlich schöpfen. Wenn mir also mal keine Ideen einfallen, schau ich einfach in die Liste und kann mich hier fleißig bedienen. Das war natürlich zu Anfang etwas Arbeit, aber hey-jeder von euch hat ja sicherlich schon einen Grundstock an Gerichten, den man dann Woche für Woche ergänzt.
Jede Woche tippe ich mir dann einen Kochplan. Meist fange ich damit 1-2 Tage vor meinem Einkaufstag an (das ist in der Regel freitags morgens), damit ich den Einkaufsplan entsprechend daran anpassen kann. Nadine hatte die Idee, die Kochplanung mit der APP Trello zu organisieren. Leider war die App für mich irgendwie zu kompliziert und ich hab schnell meine Freude daran verloren - das überlasse ich jedoch euch, wie ihr persönlich eure wöchentliche Kochplanung vornehmt. Ich nutze weiter meine Notizen-Funktion im Iphone (für die Einkäufe empfehle ich euch gern noch etwas anderes) - aber auch ein Wochenplan in Tafelform oder schriftlicher Form in der Küche ist natürlich durchaus denkbar. Der Vorteil am Handy: Ihr habt es jederzeit dabei und könnt spontaner etwas ändern. So sieht das dann aus:
Kochplan für eine Familie wöchentlich

Bei meiner wöchentlichen Menüplanung beachte ich folgende Dinge:
  • Was hat momentan Saison? Bärlauch/Spargel/Kürbis? Natürlich werden diese Lebensmittel bevorzugt genutzt. Bärlauchpesto verpassen, weil man schlecht geplant hat? Könnte mir niemals passieren!
  • Ich bin leider eine ganz spießige Hausfrau daher gibt es bei uns möglichst einmal die Woche Pasta/Kartoffeln/Reis oder Quinoa - 1-2 mal Fleisch und einmal Fisch. Aber: Fast täglich Gemüse - oder Salat. Essen ohne Gemüse ist für mich kein vollwertiges Essen, sorry.
  • Einmal die Woche gibt es möglichst eine Suppe
  • Wann sind wir eingeladen/auswärts essen? 
  • Was fallen für Aktivitäten bei uns Daheim an? Isst jemand nicht mit, weil er länger arbeiten muss/gleich nach der Arbeit zum Sport/zu Freunden geht? Dann muss etwas gekocht werden, dass ich z.B. auf der Arbeit gut warm machen lässt. An solchen Tagen fällt zum Beispiel eine Sauce Hollandaise flach und ich plane besser eine Pasta oder Suppe
  • Welche Lebensmittel verderben nach dem Einkauf am Schnellsten? Diese Gerichte koche ich dann natürlich zuerst
  • Welche Gerichte sind aufwändig und welche schnell gemacht? Wenn ich einen langen Arbeitstag im Büro habe, hab ich natürlich nicht mehr viel Lust zu kochen. Am Wochenende nehme ich mir gern mal die Zeit, aufwändigere Dinge zu machen. Jetzt mit Baby muss ich noch besser planen und auch mal ein Notfall-Gericht in der Truhe haben - falls das Baby an dem Tag viel weint und ich nicht zum geplanten Essen komme
Wie ihr seht, es ist einiges zu beachten - aber das hat man schnell raus. Das Tolle am Wochenplan ist: Hast du einmal eingekauft und alle Lebensmittel zu Hause, kannst du flexibel auch mal einen Tag tauschen wenn irgendwie was nicht passt oder du gerade keine Lust auf das Gericht hast. 
Eine gute Vorratshaltung und Einkauf ist alles. 

Anhand meiner Menüplanung schreibe ich einen Einkaufszettel. Nachdem ich bei Instagram gezeigt hatte, wie ich das mache habe ich etliche Nachrichten mit Tipps für Einkauf-Apps erhalten - eine hab ich mir runtergeladen und nun einige Wochen probiert - und ich bin begeistert. Meine Einkaufsliste hatte ich irgendwann so konditioniert, dass sie sogar in der korrekten Reihenfolge des mir bevorzugten Supermarktes getippt war. So vergisst man weniger, wenn man der Reihe nach vorgeht. Das ging - so dachte ich zumindest - mit der APP nicht. Nach etwas Tüftelei hab ich raus gefunden, dass sogar dies möglich ist. Ich nutze die kostenlose APP "Bring" - diese ist super easy und man kann durch einfaches Tippen die Lebensmittel löschen, die schon im Einkaufswagen liegen. Außerdem sind fast alle Prospekte der gängigen Discounter eingespeichert-so stöber ich gern, was es bei meinem Händler des Vertrauens in dieser Woche im Angebot gibt. Mag ich!

Alle Lebensmittel-Basics hab ich in der Regel immer zu Hause. Ist etwas leer, kauf ich gern in zweifacher Ausführung nach. So hat man immer Nudeln und Co. zur Hand und ist flexibler, wenn man doch mal umplanen muss. 
Vorkochen lautet die Devise.

Ich koche oft für zwei Tage in einem. Manchmal plane ich Gerichte bewusst so, dass ich an einem Tag gleich zwei Gerichte zaubern kann. An ein paar beispielen mag ich das erklären:

  • Bärlauch-Kräuter-Quark mit Drillingen und Spargel aus dem Ofen. Ich hab gleichzeititg mit dem Bärlauch noch ein Pesto für den Folgetag gemacht. Am Folgetag nur noch Nudeln kochen: Fertig.
  • Ich koche einen Bulgur Salat und würfel dafür Paprika, Zwiebeln und Petersilie - davon mache ich die doppelte Menge und mache von dem Gemüse noch eine Paprika Cremesuppe für den Folgetag. 
  • Ich schäle eine große Menge Kartoffeln und mache für heute davon Püree und für morgen eine Suppe.
  • Manchmal schäle ich einfach schon einmal Zwiebeln und Knoblauch oder Gemüse für den Folgetag während ich das Essen für den heutigen Tag bereite und bewahre es in Tupperschalen auf, das spart am Folgetag auch viel Zeit

Ihr seht, wenn ihr einmal schnibbelt und eh am Herd steht, habt ihr mit minimalem Mehraufwand gleich für zwei Tage Essen, welches ihr am Folgetag nur noch warm machen müsst - plant einfach vorausschauend, das lohnt sich so sehr. 

Dazu koche ich natürlich auch mal Großmutter-Like die doppelte Menge und friere es ein (macht das immer sofort, bei uns ist das Problem, dass alles was auf dem Tisch steht leider auch gegessen wird), das ist bei uns aber eher die Ausnahme, da ich persönlich nicht so ein riesen Fan vom Einfrieren bin - das ist aber Sache des persönlichen Geschmacks. Dazu wecke ich ein - wie zum Beispiel meine Tomatensauce auf Vorrat (klick), Apfelmus, Marmelade oder Suppen.

Essen ist immer ein Genuss - kein Muss

Die Nachricht, die ich am Häufigsten bekomme geht meist in die Richtung: Bei dir gibt es immer so ausgefallene Sachen. Stimmt so nicht ganz. Ich finde, dass ich von allem etwas dabei habe: Banale Hausmannskost, 15 Minuten Gerichte und ich hab mir selbst ein bisschen auferlegt, dass ich alle 2 Wochen mal was Neues probiere. Einfach, weil ich Freude daran hab. Meine Gerichte hören sich für manch einen vielleicht ausgefallen an, sind es aber in der Regel nicht im Entferntesten. Wir genießen Essen einfach und für mich muss jedes Essen ein kleines "Highlight" haben. Das kann eine ausgefallene Zutat sein, ein hochwertiger Parmesan oder eine saisonale Zutat. Ein tolles Topping auf der Suppe - oder zum Beispiel mal ein selbst gekochter Rahmspinat - als immer der aus der Truhe. Essen sollte immer Spaß machen - ein gutes Essen ist für mich immer eine Wertschätzung meiner selbst.

Wenn ihr nach einem langen Tag im Büro oder gestresst mit Baby keine Kraft/Zeit/Lust mehr habt zu kochen, lasst es. Ihr selbst entscheidet, wo eure Priorität liegt und was euch wichtig ist. Ich hab mir, als Kind Nummer zwei kam gesagt: Den Rest dieses Jahres zählt am Ende des Tages nur, dass du ein gutes Essen auf dem Tisch hast-alles andere ist nett, wenn du es schaffst, aber deine Priorität liegt auf dem Kochen: Und das hab ich bisher ganz gut geschafft. Wie voll der Wäschekorb ist, interessiert mich in dem Moment nicht, in dem ich mit meinem Mann und den Kindern am gedeckten Tisch sitze.

Ganz besonders freue ich mich über die vielen Nachrichten, die mich seit meiner Idee mit dem Hochladen unserer Menüplanung erreichen - so viele von euch haben bereits selbst damit angefangen. Und selbst in meinem Bekanntenkreis und Familie hat die wöchentliche Planung Anklang gefunden - so schön, dass ihr mir davon berichtet und es funktioniert. Und jeder, der nun auch wöchentlich neugierig ist, was es bei Familie Buscema zu Essen gibt - hier findet ihr mich auf Instagram, die Pläne sind in der Story. Und nun freu ich mich, dass ihr bis hierher mitgelesen habt - wenn ihr Fragen oder weitere Anregungen habt, schreibt mir gern.

Eure
Rebecca
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